Beim WelcomeCamp Berlin kommen Initiativen, Organisationen, Geflüchtete, EhrenamtlerInnen und Kommunikationsexperten zusammen und tauschen sich zu Themen wie Willkommenskultur und Flüchtlingshilfe aus.
Veranstaltet wird das WelcomeCamp Berlin am 29. Juni von Gesicht Zeigen! e.V. im Rahmen des Projektes Media Residents . Das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz (BMJV) fördert die Veranstaltung mit Workshops und Talks rund ums Thema Flüchtlingshilfe. Unter dem Motto „In guter Gesellschaft“ steht dabei in diesem Jahr der 70. Geburtstag des Grundgesetzes im Fokus des bereits zum vierten Mal stattfindenden Barcamps. Gerade wenn es um Flüchtlinge geht, spielen Diskussionen über Grundrechte immer wieder eine wichtige Rolle. Das Camp nimmt sich dieser Diskussionen an, es feiert und hinterfragt Verpflichtungen und Bedeutung der Grundrechte im digitalen Zeitalter.
Sich in einem neuen Umfeld allein zurecht finden zu müssen ist schwer, klar. Dank diverser Organisationen, Engagierten und Vereinen wird diese Herausforderung für einige Neu-Berliner nicht nur ein kleines bisschen leichter, sondern vor allem auch sichtbar. Viele der alltäglichen Hürden sind für Außenstehende nämlich gar nicht so offensichtlich – was den Austausch mit dem Gegenüber umso wichtiger macht. Während in den ersten Runden des Camps vermehrt organisatorische Fragen rund um Flüchtlingshilfe im Fokus standen, geht es mittlerweile eher darum, als bunte Gemeinschaft den Alltag zu meistern.
Neben dem Anstoß von Diskussionen zur Willkommenskultur, geht es den Organisatoren auch darum, geflüchteten Menschen in den neuen Medien eine Stimme zu geben. Gleiches gilt für die vielen engagierten Helfer, die sich für eine weltoffene Gesellschaft stark machen. Anica Harder, eine der Gründer*innen des Camps, erklärt diese Notwendigkeit: “Die Erfolge von rechtspopulistischen Parteien bei den vergangenen Wahlen zeigen, wie relevant das WelcomeCamp immer noch ist, auch wenn sich der Fokus verschoben hat”.
Wie bei einem Barcamp üblich, bestimmen die Teilnehmenden selbst die konkreten Inhalte des Tages. Es wird also diskutiert, was interessiert und allen auf der Zunge brennt. Wer eine Geschichte teilen oder ein kreatives Konzept rund ums Thema Flüchtlingshilfe vorstellen möchte, findet beim WelcomeCamp Gleichgesinnte. So entsteht ein buntes Programm aus verschiedenen Sessions, die von Vorträgen über Workshops bis hin zu Diskussionsrunden, Interviews und Erfahrungsberichten reichen. Dabei gilt es, den Dialog und den Wissenstransfer unter den Teilnehmern zu stärken und so eine Community aufzubauen, die voneinander lernen und sich gegenseitig unterstützen kann.
Das Ziel des WelcomeCamps ist klar gesteckt: Es geht im Wesentlichen darum, den verschiedenen Akteuren die Möglichkeit zu geben sich auszutauschen, von der Arbeit anderer zu erfahren, sich zu vernetzen und sich inspirieren zu lassen. Die zumeist ehrenamtliche Arbeit der TeilnehmerInnen profitiert von der Nutzung dieser Synergieeffekte – mal ganz konkret durch mediale Multiplikatoren, kreativen Input und konstruktives Feedback, mal auf sozialer Ebene durch gegenseitige Stärkung, Lob und emotionale Unterstützung.
In diesem Jahr sind neben vielen Projekten und Initiativen auch Peter Ruhenstroth-Bauer, Geschäftsführer der Uno Flüchtlingshilfe, Monika Hebbinghaus vom Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten Berlin und Anja Thonig von der Crowdfunding Plattform visionbakery beim WelcomeCamp dabei. Auch ALEX Berlin ist vor Ort: Unsere Volontärinnen Nyima Jadama und Rama Aldarwish nehmen aktiv an dem Barcamp teil, bieten selbst Sessions an und produzieren Beiträge. Ihr Kollege Ali Hassanpour ist mit seiner Radiosendung Radio Popcorn dabei und sendet zwei Stunden live von der Veranstaltung.
Update vom 08.08.2019:
Ihr wollt wissen, wie das Welcome Camp Berlin 2019 war? Unsere Kollegin Nyima Jadama war bei dem Barcamp mit der Kamera unterwegs und hat ein ALEX Feature gedreht:
Titelbild: (c) Dominik Butzmann
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