Wir haben diesen Sommer wieder über den städtischen Tellerrand geschaut und uns zwei Festivals im Berliner Umland rausgesucht, von denen wir in Live-Übertragungen, Interviews und Podcasts berichten: Wie es beim Immergut Festival war und was euch beim Bergfunk Open Air erwartet, erfahrt ihr hier.
Was wäre ein Sommer ohne Festival? Eben. Um euch die volle Ladung Festivalsommer zu geben, braucht ihr gar nicht bis nach Nürnberg oder Leipzig zu pilgern – auch hier ums Eck gibt es tolle Open Airs mit Line-Ups, die sich sehen lassen können!
Eines davon ist das schöne Immergut Festival im grünen Neustrelitz. Mit seinen 20 Jahren ist das Festival fast schon so etwas wie eine Institution im Indie-Bereich und hat 2019 unter dem Motto „Alles bleibt anders“ erneut ein buntes Programm aus Musik, Kunst, Talks und ganz viel Gemeinsamkeit auf die Beine gestellt. Zu diesem besonderen Anlass, schauen wir auf ein paar Besonderheiten des diesjährigen Festivals zurück.
Wir alle kennen diese Bilder: Verwüstete Campingplätze, Verpackungen auf dem Boden und überall diese lästigen Plastikbecher auf dem Festivalgelände. „Festivals sind nun mal dreckig und produzieren viel Müll“ – Dieses Image haftet an (fast) allen Festivals. Dieses Jahr sollte damit jedoch Schluss sein, denn die 20. Ausgabe des Immergut in Neustrelitz stand ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit.
Doch wo soll man da anfangen? Die OrganistorInnen beschlossen, sich soweit es ging von Plastikbechern zu verabschieden. Um dieses Ziel umsetzen zu können, gab es an den Bars und Getränkestationen den Immergut-Emaillebecher. Äußerst praktisch finden wir, denn in so einen Becher kann man von Bier über Kaffee bis hin zur Cola alles reinfüllen, muss nichts mehr wegschmeißen und sauber machen konnte man ihn an einer der vielen extra dafür eingerichteten Waschstationen. Eindeutig eine besondere Idee und ein guter Anfang, um Festivals auch in Zukunft nachhaltiger zu gestalten!
Das war noch längst nicht alles: In Neustrelitz wird nicht nur Müll gespart und gerockt, sondern auch Fußball gezockt. Jährlich organisiert das Festival das sogenannte Immergutzocken, ein Fußballturnier für Orga, Bands und Fans – ein absolutes Highlight des Festivals. Yasser aus unserem Social Media Team spielte in einem der Fan Teams mit und erlebte ein Fußballturnier wie er es so noch nicht erlebt hatte, denn die Orga-Crew hatte die ein oder andere Regeländerung eingeführt. Sobald ein Spieler ein Tor schoss, musste die Person sofort ausgewechselt werden, an die Bar gehen und sich einen Belohnungsschnaps abholen – Zielwasser quasi.
Man kann sich vorstellen, dass dieser Anreiz unter den SpielerInnen für besondere Motivation sorgte. Wer in seinem Leben bereits Fußball geschaut hat weiß, dass Flitzer (Personen die leicht bekleidet das Spielfeld stürmen) ein Problem darstellen. Beim Immergutzocken sah man das jedoch nicht so eng: Jeder Flitzer wurde mit einem gratis Schnaps ausgezeichnet, sodass sich im Finale sieben Personen spontan entschlossen komplett entkleidet das Spielfeld zu stürmen, um sich danach unter dem Jubel der Zuschauer ihre wohlverdiente Belohnung abzuholen! Dieses Turnier hat großen Spaß gemacht, bot die Möglichkeit die anderen Festivalgäste kennen zu lernen und war sichtlich mit viel Hingabe organisiert worden. Der Pokal ging zwar nur an ein Team, gewonnen haben aber irgendwie alle.
Neben Nachhaltigkeit und Teamsport ging es beim Immergut natürlich auch um Musik – und das nicht nur auf den Bühnen mit Bands wie Bilderbuch, Roosevelt, Monako und BLVTH. Auch bei verschiedenen Panels und in unserer gemütlichen Interviewecke im Wald wurde über Musikalisches in allen Facetten gesprochen. Wer nicht dabei war oder sich aus Festival-typischem Schlafmangel nicht mehr so genau an alles erinnern kann, dem empfehlen wir unsere Immergut Festival YouTube Playlist:
Dort gibt es nicht nur ausgewählte Live-Mitschnitte wie den von BLVTH, sondern auch die Interviews unserer Moderatoren Sophie und Lele mit Bands, Künstlern und interessanten Persönlichkeiten. Was also „Hope“-Sängerin Christine Börsch Supan über Musik mit Haltung denkt, wie der Neustreelitzer Bürgermeister Andreas Grund zum Festival steht und was Autor und Musikjournalist Linus Volkmann über Frauenmangel auf Festivalbühnen zu sagen hat, hört und seht ihr in den Interviews.
Nebenbei hat Lele Lucas auch noch weitere Gespräche mit Künstlern und Künstlerinnen in unserem Waldwohnzimmer geführt. Dabei ging es mal mehr, mal weniger um Musik, aber immer um unsere große Sommerliebe: Festivals. Mit dabei waren hier unter anderem die Punkrock-Band The Screenshots aus Krefeld, die drei Indie-Rocker von International Music und Leoniden, mit denen Lele im Interview Tränen gelacht hat!

Jakob und Djamin von Leoniden und Moderator Lele lachen sich im Interview auf dem Immergut Festival schlapp
Diese Perlen wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten, deshalb findet ihr im ALEX Podcast jetzt auch die neuen Folgen zum Festivalsommer Berlin mit Leoniden und Co.
Apropos Leoniden: Die Band aus Kiel, die gerade mit ihrem neuen Album „Again“ die Festivalbühnen des Landes unsicher macht, gönnen wir uns diesen Sommer direkt noch einmal live: Als einen der Headliner beim Bergfunk Open Air in Königs Wusterhausen.
Das familiäre Festival auf dem Funkerberg im Speckgürtel der Hauptstadt findet in diesem Jahr vom 09. bis zum 10. August statt. Neben Musik steht beim Bergfunk auch das Miteinander und das Fördern von Talenten auf dem Programm. In Vorbereitung auf das Festival fand daher im Mai der Bergfunk Bandcontest statt. Die Gewinnerband B104 hat die Zuschauer mit Partystimmung und Pyrotechnik überzeugt und wird nun am 10. August neben Künstlern wie Leoniden, Montreal, Sookee und vielen weiteren die Bühne auf dem Funkerbergk zum Beben bringen. Einen Tag vorher geben sich Singer- und Songwriter wie Gysbert zu Knyphausen die Ehre. Hier findet ihr das ganze Bergfunk Line-Up.
ALEX Berlin ist natürlich auch wieder am Start und berichtet live vom Open Air im TV, Livestream und auf Social Media. Wir freuen uns schon jetzt auf tolle Konzerte, spannende Interviews und die perfekte Sommernacht auf dem Funkerberg unterm Sternenhimmel. Wer noch dabei sein will, sollte sich ranhalten: Die Kombitickets fürs Bergfunk Open Air sind schon ausverkauft, es gibt aber noch Tagestickets für Freitag und Samstag. Also, schnappt euch ein Ticket und eure Festival-Crew, gönnt euch einen Anschlussfahrausweis (C-Bereich!) und macht euch am 09. und/oder 10.08. mit S-Bahn (S46) oder Regio auf den Weg nach Königs Wusterhausen! Vom Bahnhof bringt euch der Bergfunk Shuttle oder ein gesundes Paar Füße (in 30 Minuten) zum Festivalgelände.
Wir sehen uns!
Text: Yasser Speck & Elisa Slaby
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