Von guten Freunden, neuer Musik und Wimpelketten: Wenn die ALEX Crew mit Kameras, Zelten und Kabeln beladen zum Bergfunk Open Air nach Königs Wusterhausen pilgert, fühlt sich das mittlerweile schon ein bisschen an, wie nach Hause kommen.
Und das nicht ohne Grund: Die Jungs und Mädels von der Bergfunk Bande haben sich mal wieder richtig ins Zeug gelegt und ein schönes, kleines Festival mit Hammer-Line Up, superleckerem Essen (ich sag nur: Pommes mit veganer Bolo und Rucola! #Fresskoma) und ganz viel Liebe zum Detail auf die Beine gestellt.
Die Bergfunk Familie ist für alle da und beweist, dass auch die Kleinsten unter uns hier willkommen sind. Auf dem Gelände haben die MacherInnen des Bergfunk das liebevoll gestaltete „Zwergfunk“ eingerichtet, wo die Kids ihr eigenes kleines Festival feiern.

Neben einer Hüpfburg zum Austoben gibt es eine große Kreide-Malfläche und einen Basteltisch zum Thema Wiederverwertung und Nachhaltigkeit. Auch andere spannende Programmpunkte stehen auf dem Plan: So kann man sich zum Beispiel coole Tattoos aufsprühen oder sich bunt schminken lassen.
Der ganze Zwergfunk ist umrandet von einem schnuckeligen kleinen Gartenzaun. Man staunt immer wieder über die detailverliebte Deko, die den Wohlfühlfaktor auf dem Bergfunk neben einem entspannten Publikum und Helferteam ausmacht.

„Hier ist so viel für Kinder, sodass wir Eltern einfach für uns sein können. Das ist richtig cool.“, sagt eine begeisterte Besucherin, die mit ihren zwei Kids immer wieder auf das Bergfunk kommt. Doch neben den abwechslungsreichen Aktionen im Zwergfunk-Bereich fällt auf, dass die Kleinen auch vor der Bühne immer wieder zu sehen sind: Kids mit großen Ohrschützern sind hier keine Seltenheit. Sogar beim Bus-Shuttle, der einen auf den Berg fährt, hat man an die Zwerge gedacht, denn darin gab es auch Kindersitze.

Rapperin Sookee ist ebenfalls angetan vom Zwergfunk und lobt, dass hier so sehr an die kleinen Leute gedacht wird. Das macht sie auch in ihrem neuen Album „Schmetterlingskacke“, von dem sie den Song „Prinzessin Peach“ am Samstagabend perfomt. Als „Sukini“ rappt sie hier von einer toughen Prinzessin, die es faustdick hinter den Ohren hat und spielt damit auf Geschlechter-Klischees, unter anderem aus der Gaming-Welt, an.
Sookee, die übrigens seit Kurzem auch in Brandenburg wohnt, macht in ihren Ansagen deutlich, wie wichtig es ist, neben „Erwachsenenthemen“ wie Klimawandel und Nachhaltigkeit auch auf „soziale Nachhaltigkeit“ zu achten.
Apropos Nachhaltigkeit, aber diesmal ökologische – Damit sind wir bei einem Thema, das auch vor der Festivalkultur keinen Halt macht. Konsum und Festival gehören zusammen und jeder weiß, wie viel Müll nach einer solchen Veranstaltung zusammenkommt. „Wir versuchen so nachhaltig wie möglich zu sein, natürlich in unserem Rahmen.“, so die Bergfunk-Organisatorin Thea. Besonders die kleinen Dinge machen das Festival zu einem grüneren Event – so gibt es ökologisch abbaubare Becher, eine Eco-Toilette mit Holzspänen, statt den üblichen DIXI-Klos, und fair produzierte T-Shirts zu kaufen. Auch weniger fleischhaltiges Essen wollen die VeranstalterInnen anbieten.
Spülbare Hartplastikbecher gibt es auf dem Bergfunk leider noch nicht. Das liegt daran, dass man diese nicht vor Ort spülen könnte. Das außergewöhnliche und geschichtsträchtige Gelände auf dem Funkerberg hat nämlich keine Wasseranschlüsse mehr. Das grüne Image steht dem kleinen Idyll inmitten von Bäumen und Wiesen gut. „Wir steigern uns jedes Jahr ein kleines bisschen.“, sagt Thea und kündigt damit an, dass sich auch in Zukunft auf dem Bergfunk etwas tun wird.

Sozial nachhaltig ist das Bergfunk aber auch: Auf dem Gelände haben die Jungen HumanistInnen (JuHus) aus Königs Wusterhausen und die Kampagne „Schöner leben ohne Nazis“ einen Stand sowie eine Bühne für junge Nachwuchsbands aufgebaut. Der Stand der JuHus verteilt Jutebeutel, Postkarten und ähnliches mit politischen Slogans gratis. Die Goodies mit Aufschriften wie „Hass bringt nichts“ oder „Wer schweigt, stimmt zu.“ richten sich gegen den Rechtsruck und fordern zum Nachdenken und aktiv Handeln auf. Die Geschenke vom Stand der JuHus gehen weg wie warme Semmeln und es wird klar, dass politische Statements und ausgelassene Festivalstimmung sich nicht ausschließen.
Für letztere sorgen natürlich nicht nur die Bergfunk Bande und die BesucherInnen, sondern auch die tollen Bands. Von Indie bis Rap, vom Newcomer bis zum „alten Hasen“ ist wirklich für jeden Geschmack was dabei.
Während also Juse Ju auf der Forstamt Bühne mit dem Publikum abgeht, knallen Montreal schon vor ihrem Auftritt den Ohrwurm des Tages raus – und jetzt alle: Soundcheck, Soundcheck, Soundcheck – das hier ist ein Soundcheck! Gurr glitzern mit der Abendsonne um die Wette und zeigen live, dass sie und ihre Songs in der deutschen Indiepop-Szene gerade nicht grundlos so gefeiert werden – einen „Königs Wusterhausen“ Kanon gibts obendrauf.

Lina Maly verzückt nicht nur auf der Bühne, sondern unsere ModeratorInnen Sophie und Maurice auch im ALEX Interview, Motorowl lassen Gitarren grölen und Haare fliegen und der Berliner Kneipenchor sorgt dafür, dass das Festivalgelände selbst zur Bühne wird und gibt in den Pausen die schönsten a capella Ständchen zum Besten – ziemlich perfekt alles hier auf dem Funkerberg!
Ganz viel Liebe geht deshalb von uns an alle von und auf dem Bergfunk Open Air: Es war so unbeschreiblich schön mit der Bergfunkbande zu tanzen, feiern, quatschen, anzustoßen, rumzuhängen – und sogar aufzuräumen! Wir kommen auf jeden Fall im nächsten Jahr wieder und empfehlen jedem im 100 Kilometer Umkreis von Königs Wusterhausen, sich anzuschließen. Es lohnt sich!
Wer jetzt immer noch nicht genug von Festival Vibes hat, kein Problem: Der ALEX Festivalsommer geht in der nächsten Woche weiter mit der PopKultur. Das Musik- und Kunstfestival in der Berliner Kulturbrauerei bietet vom 21. bis zum 23.08. nicht nur jede Menge gute Musik, sondern auch Workshops, Talks und Commissioned Works. Mit dabei sind unter anderem International Music, Leyla Yenirce und Jens Friebe, der zusammen mit 21 Downbeat eine Pop-Oper nach Wagner auf die Beine gestellt hat.
Wir übertragen am 21. August vier Konzerte live aus der Kulturbrauerei und sind für euch an allen drei Tagen mit unserem Social Media Team vor Ort und zeigen auf Instagram und Co., was es bei der PopKultur sonst noch alles zu erleben gibt. Vormerken!
Text: Isabell Holscherer & Elisa Slaby / Fotos: Undral Odontugs, Marlon Bläs
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